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Offene Dusche in minimalistischem Industrial-Badezimmer.

Offene Dusche oder Dusche mit Tür: Was ist besser?

Offene Dusche oder Dusche mit Tür: Was passt besser in mein Bad?

Man sieht sie überall: in Design-Zeitschriften, auf Instagram oder in Hotelbadezimmern. Die offene Dusche ist eindeutig Trend. Ein einfaches Festglas als Duschabtrennung im Bad: es sieht so schick und einfach aus. Aber wie bei jedem Trend läuft man auch hier Gefahr, einer Mode aufzusitzen und nicht das zu wählen, was wirklich die beste und praktischste Lösung für das eigene Badezimmer ist. Obwohl die sogenannte Walk-in-Dusche nämlich viele Vorteile hat, ist die Dusche mit Tür häufig doch die bessere Lösung. Wann entscheidet man sich für die eine und wann für die andere? Hier die wichtigsten Punkte im Überblick.

Die offene Dusche: Schein und Sein

In modernen Interieur-Zeitschriften bekommt man viele unwirklich schöne Bilder von offenen Duschen zu sehen, die das Badezimmer in eine wahre Spa-Landschaft zu verwandeln scheinen. Man muss hierbei jedoch bedenken, dass sehr viele Bilder heutzutage „gerendert“ werden. Das bedeutet, dass es sich nicht um echte Badezimmer mit offener Dusche, sondern um reine 3-D-Visualisierungen handelt. Diese kann man in der Praxis oft gar nicht genau so umsetzen, wie sie auf dem Foto aussehen. Insbesondere die beidseitig begehbare Dusche wird häufig so abgebildet, dass sie in der Wirklichkeit sofort der Schwerkraft zum Opfer fallen würde. Man muss sich daher darüber im Klaren sein, dass die eigene Walk-in-Dusche nicht genau wie auf dem Foto aussehen wird, das man in der Zeitschrift gesehen hat, da es sich ja gar nicht um echte Fotos handelt.

Offene Dusche mit mattiertem Glas und Stabilisationsstange.

In vielen Fällen (wenn auch nicht in allen) ist für eine offene Dusche eine Stabilisationsstange erforderlich.

 

Abgesehen davon sollte die Wahl einer Dusche mit oder ohne Tür aber auch nicht nur von ästhetischen Erwägungen abhängen. Duschen sind zum Duschen da und deshalb sollte die optimale Funktionalität der Installation immer gewährleistet sein.

Voraussetzungen für eine Walk-in-Dusche oder offene Dusche

Zunächst einmal muss man sich darüber im Klaren sein, dass für eine offene Dusche genügend Platz im Badezimmer vorhanden sein muss. Da die Dusche keine Tür hat, bleibt sie mindestens auf einer Seite offen und hier kann sehr viel Spritzwasser entweichen, wenn das Festglas nicht die entsprechende Grösse hat. Für eine einseitig offene Dusche benötigt man ein Festglas von mindestens 120 cm Länge; soll die Dusche beidseitig begehbar sein, müssen es mindestens 160 cm sein, kombiniert mit einer Tiefe nicht unter 100 cm sowie einer mittigen Armaturen- und Brausenposition. Darüber hinaus muss bedacht werden, dass der Raum vor der Dusche nass werden darf. Hier sollten möglichst keine empfindlichen Materialien wie z.B. Parkett verlegt sein und die Bodenabdichtung sollte am besten über die ganze Fläche ausgeführt werden.

Wenn diese räumlichen Gegebenheiten in Ihrem Badezimmer nicht erfüllbar sind, sollten Sie lieber auf eine offene Dusche verzichten, da sie sonst ständig Ärger mit Spritzwasser haben werden. Ein kleines Bad mit Walk-in-Dusche ist häufig leider nicht ausführbar, auch wenn es Ausnahmen gibt:

Kleines Badezimmer geschickt geplant.

Geschickt geplant, ist eine Walk-in-Dusche manchmal auch in einem kleineren Badezimmer möglich.

 

Desweiteren muss bedacht werden, dass eine offene Dusche, wenn sie richtig zur Geltung kommen soll, normalerweise eine bodenebene Dusche ist. Auch hierfür müssen die nötigen Voraussetzungen gegeben sein. Erfahren Sie hierzu mehr in unserem Artikel über bodenebene Duschen.

Walk-in-Dusche: Vor- und Nachteile

Sind die technischen Voraussetzungen geklärt, ist es eine Frage des persönlichen Geschmacks und vor allem der persönlichen Duschgewohnheiten, ob man sich für Walk-in-Dusche oder Duschkabine entscheidet. Zu den unbestrittenen Vorteilen einer offenen Dusche gehören:

  • Ein offenes Raumgefühl: eine Dusche, die nahtlos ins restliche Badezimmer übergeht erzeugt einen Eindruck von Weite und macht den Raum gefühlt grösser. Viele Menschen empfinden es als komfortabel, einfach und ohne Hindernis in die Dusche rein und wieder raus laufen zu können.
  • Barrierefreiheit: eine freistehende Duschwand eignet sich sehr gut für barrierefreies Duschen. Bei einem geeigneten Bodenbelag kann eine solche Dusche sogar rollstuhlgerecht gestaltet werden. Allerdings sollte hierfür möglichst noch ein bisschen mehr Platz berechnet werden, um eine optimale Bewegungsfreiheit zu gewährleisten.
  • Reinigungsfreundlichkeit: Durch die sehr einfache Konstruktion hat man es bei der Reinigung von Walk-in-Duschen nur mit grossen glatten Oberflächen ohne Hindernisse zu tun.
Dusche mit Tür in einer Nische unter Dachschräge.

In diesem Bad wäre theoretisch beides möglich gewesen, der Kunde hat sich jedoch für eine Lösung mit Duschtür entschieden.

 

Dies sind die Nachteile von offenen Duschen:

  • In den meisten Fällen tritt Wasser im Einstiegbereich aus, es sei denn, man wählt ein extrem grosses Glas. Bei 120 cm muss man schon damit rechnen, dass der Eingangsbereich nass wird.
  • Die Wärme wird nicht so gut gespeichert wie bei einer Duschabtrennung mit Tür. Vielfach fühlt man je nach den Raumbedingungen eine gewisse Zugluft beim Duschen. So manch einer ist vom Duscherlebnis darum enttäuscht, weil die Wärme sich verflüchtigt  und das Festglas kein Wellness-Feeling aufkommen lässt. Um sicher zu sein, dass man eine offene Dusche wirklich als angenehm empfindet, sollte man sie am besten vorher ausprobieren, wenn man die Möglichkeit dazu hat, etwa bei Freunden oder im Hotel.
  • Bei Mietwohnungen werden Festgläser häufig aus reinen Kostengründen eingesetzt, ohne sich Gedanken über das Duscherlebnis des zukünftigen Mieters zu machen. Das Ergebnis sind dann vielfach unzufriedene Mieter und andere Probleme  bis hin zu Wasserschäden . Daher sollte man auch als Vermieter immer mit dem Duschenbauer prüfen ob, ob das Festglas eine situativ passende Lösung ist.
  • Die Feuchtigkeit verteilt sich mehr im Raum. Bei einer Duschkabine konzentriert sich der Wasserdampf vor allem auf den Bereich der Dusche. Bei der Dusche ohne Tür erzeugt man beim Duschen praktisch dasselbe Raumklima im gesamten Bad, der Spiegel beschlägt, Feuchtigkeit trieft von den Wänden. Auch aus diesem Grund sollte das Badezimmer für die Installation einer offenen Dusche nicht zu klein sein und am besten über ein grosses Fenster bzw. einen guten Abzug verfügen.
  • Eine offene Dusche nimmt im Ganzen mehr Raum ein und kann nicht beliebig platziert werden. Dies erfordert nicht nur ein grösseres Bad, sondern konditioniert auch die restliche Badezimmereinrichtung, die an das Walk-in-Konzept angepasst werden muss.
Offene Dusche mit zwei Festgläsern.

Lösung mit einer Kombination aus zwei Festgläsern.

Dusche mit Tür: eine Frage der Qualität

Wenn man sich aus praktischen Gründen für eine Dusche mit Tür entscheidet, heisst das weder, dass man auf ein offenes Raumgefühl noch auf Reinigungsfreundlichkeit zu verzichten braucht. Eine qualitativ hochwertige rahmenlose Echtglasdusche kann ebenerdig ausgeführt werden und beengt das Raumgefühl nicht, da das Badezimmer optisch nicht verkleinert wird:

Nischenlösung mit Tür.

Und auch der Reinigungsaufwand ist bei einer Duschwand mit Tür nicht sehr viele grösser, da man es fast nur mit glatten Oberflächen zu tun hat und es nicht viele Halterungselemente gibt. Zudem muss man bedenken, dass man bei einem Festglas zwar keine aufgesteckten Dichtungen und mechanischen Teile zu reinigen hat, dass jedoch in jedem Fall eine Silikonfuge zwischen Boden/Wand und Glas ausgeführt werden muss, die trocken zu halten ist.

Dusche mit Tür: Ecklösung.

Eine Dusche mit Tür kann auch ebenerdig ausgeführt werden.

 

Wenn man bei einer Dusche mit Tür also auf Qualität setzt, kann man in gewisser Weise die Vorteile der offenen und der geschlossenen Dusche miteinander kombinieren. Eine hochwertige Duschlösung mit Tür ist ein wenig teurer als ein hochwertiges Festglas, aber die Investition lohnt sich auf alle Fälle, wenn die Raumbedingungen für eine offene Dusche nicht optimal sind.

Fazit

Bei der Entscheidung für eine offene oder eine geschlossene Dusche sollte man sich nicht nur auf das Gefühl verlassen. Ein Fachmann sollte vor Ort die räumlichen Gegebenheiten abchecken und Sie bei der Badplanung beraten. Der Duschenbauer erkennt sofort, ob die Abmessungen eines Badezimmers für den Einbau einer offenen Dusche geeignet sind, oder ob nicht doch die Lösung mit Tür gewählt werden muss. Wenn Sie freie Wahl haben, entscheiden Sie am besten danach, mit welcher Lösung Sie sich am wohlsten fühlen werden.