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Feuchte Platten: Schimmel im Bad entsteht meist, wenn Feuchtigkeit in die Fugen dringt.

Schimmel im Bad vermeiden durch geschicktes Einrichten

So vermeidet man Schimmel im Bad

Schimmel im Bad ist ein lästiges Problem, mit dem praktisch jeder auf die eine oder andere Art irgendwann einmal zu kämpfen hat. Die Bedingungen für die Schimmelbildung sind in der Nasszelle einfach zu ideal, als dass man die kleinen schwarzen Flecken über Jahrzehnte hinweg vermeiden könnte. Die Pilzsporen, die sich überall in der Luft befinden, setzen sich zusammen mit dem Wasserdampf und kleinsten Schmutzpartikeln auf den Oberflächen im Badezimmer ab und finden auf bestimmten Materialien – wie etwa Silikon- oder Plattenfugen – einen perfekten Nährboden. Nach Jahren müssen diese darum genau wie Dichtungen und Beschläge meist erneuert werden. Man kann diesen Moment mit der richtigen Vorbeugung jedoch so lange wie möglich hinauszögern. Ausserdem muss man zwischen vermeidbarer und unvermeidbarer Schimmelbildung im Bad unterscheiden. Manchmal besteht ein strukturelles Problem, das behoben werden kann. Eine geschickte und funktionelle Einrichtung kann hierbei unterstützend wirken.

Der Zahn der Zeit – Unvermeidbarer Schimmel im Badezimmer

Das beste Mittel gegen Schimmel im Bad ist die Vorbeugung. Das Badezimmer sollte darum immer so trocken wie möglich gehalten werden. Das erreicht man, indem man nach dem Duschen lüftet und die Dusche und Wände trockenwischt, damit so wenig Wasserdampf wie möglich und vor allem keine Wasserrückstände zurückbleiben. Handtücher lässt man nach Möglichkeit draussen trocknen.

Aber trotz all dieser Massnahmen werden Sie feststellen, dass irgendwann (wenn auch erst nach Jahren) kleine dunkle Flecken in den Fugen entstehen. Warum ist das so? Das liegt zum einen daran, dass das Fungizid, das dem Fugenmaterial beigemischt wird, irgendwann seine Wirksamkeit verliert. Zum anderen liegt es daran, dass das Material unvermeidlich durch Abnutzung im Laufe der Zeit spröde wird. In ein sprödes Material dringt der Wasserdampf sehr viel leichter ein und darum hilft  dann auch das Trockenwischen hinterher nicht mehr viel. Wenn wir nach dem Duschen mit dem Handtuch ankommen, um die Wasserreste zu entfernen, sitzen die Schimmelsporen schon lange in der Fuge. Wenn man Fugenschimmel im Bad entfernen möchte, kann man auf spezielle Reinigungsmittel zurückgreifen, solange der Befall noch oberflächlich ist. Hat man jedoch schon richtig schwarze Fugen, müssen diese meist herausgeschnitten und erneuert werden, da helfen auch keine Spezialreiniger mehr.

Man kann diesen Moment mit der richtigen Pflege allerding so lange wie möglich hinauszögern. Unter idealen Bedingungen und vorausgesetzt, man hält das Bad nach dem Duschen konsequent trocken, können Fugen bis zu 20 Jahre halten. Ein wichtiger zusätzlicher Tipp, um dies zu erreichen, ist, auf zu starke Reinigungsmittel zu verzichten. Diese greifen nämlich die Oberfläche von Silikon an und lassen es schneller spröde werden.

So kann man Schimmel im Bad vorbeugen: grosses Fenster, wenig Fugen und optimale Luftzirkulation.

Ideale Bedingungen: In diesem Bad ist es unwahrscheinlich, dass es zur Schimmelbildung kommen wird.

Vermeidbare Ursachen für Schimmel

Schimmel befällt also irgendwann im Laufe der Zeit einmal unvermeidlich die Fugen. Er sollte aber auf keinen Fall die restlichen Materialien wie die Wände befallen und auch nicht grossflächig auftreten. Grossflächiger Schimmel im Bad ist ein ernsthaftes Problem, das beseitigt werden muss und kann. Am besten, es kommt gar nicht erst dazu. Sichtbarer Schimmel sollte als Zeichen verstanden werden, dass ein strukturelles Problem vorliegt (immer vorausgesetzt natürlich, dass man richtig lüftet und das Bad trocken hält). Manchmal können sogar defekte Ab- oder Zuflüsse schuld sein, das muss als Erstes geklärt werden. Oft ist jedoch eine unzureichende Luftzirkulation als Folge einer ungünstigen Badgestaltung die Ursache. Hierbei können bauliche Massnahmen Abhilfe schaffen.

Schimmel im Bad vorbeugen durch geschickte Badgestaltung

Die architektonische Komponente wird beim Schimmelproblem oft ausser Acht gelassen, kann aber eine wichtige Rolle spielen. Oft können schon kleine Veränderungen der Schimmelbildung vorbeugen. Wenn bei Ihnen also eine Badsanierung ansteht, können Sie darüber nachdenken, auch strukturelle Veränderungen vorzunehmen, um in Zukunft Schimmel zu vermeiden. Hierbei sollten folgende Punkte bedacht werden.

Schimmel trotz lüften? Die richtige Luftzirkulation

Wie bereits gesagt hilft lüften gegen Schimmel. Aber auch wenn man ausreichend lüftet, heisst das nicht, dass die gesamte feuchte Luft abzieht. Die Badmöbel können Barrieren bilden, die dazu führen, dass sich die Feuchtigkeit an bestimmten Stellen sammelt. Um dies zu verhindern, wendet man sich am besten an den Fachmann. Dieser stellt Berechnungen an und entscheidet beispielsweise darüber, wie hoch die Duschtrennwände sein müssen/dürfen, um eine ideale Luftzirkulation zu gewährleisten.

Wenig Angriffsfläche für Schimmelbildung

Besonders leicht bildet sich Schimmel in der Dusche, und zwar in den Fugen und unter den Profilen. Je weniger Fugen/Profile also vorhanden sind, desto weniger Angriffsfläche wird geboten. Grosse Duschpaneele sind deshalb eine hervorragende Alternative zu Plättli, und auf Profile verzichtet man nach Möglichkeit ganz, da sich das Wasser hierunter sammeln kann. Wer trotzdem gerne Plättli verwenden möchte, weil sie seinem persönlichen Geschmack entsprechen, sollte zumindest darauf achten, dass der Spritzwasserbereich der Dusche möglichst glatt und leicht zu trocknen ist.

Grosse fugenlose Duschpaneele: eine gute Art, dem Schimmel im Bad vorzubeugen.

Wenig Fugen – wenig Angriffsfläche für Schimmel im Bad.

Badezimmer reinigungsfreundlich gestalten

Je leichter die Oberflächen unseres Badezimmers zu reinigen bzw. zu trocken sind, desto besser. Hierbei sollte man nicht nur im Voraus an mögliche Angriffsflächen für Schimmel denken (siehe Punkt 2.), sondern vor allem auch an die eigene Bequemlichkeit. Im Idealfall sind die Oberflächen unseres Bades mit ein paar Handgriffen trocken zu bekommen, denn sonst wird einem das ständige Trocknen irgendwann zu viel und der Schlendrian setzt ein. Rahmenlose Glasduschen sind in dieser Hinsicht besonders gut geeignet, da sie schnell und einfach mit dem Schaber trockenzuwischen sind.

Offenporige Materialien gegen Schimmel durch Feuchtigkeit

Es müssen nicht alle Wände aalglatt sein. Zu viele versiegelte Oberflächen können sich sogar kontraproduktiv auswirken. Lässt man nämlich Raum für offenporige Materialien wie Kalkputz (z. B. unter der Decke), hat man ein Material, das wie ein Schwamm wirkt, jedoch keinen Nährboden für Schimmel im Bad bildet. Es nimmt das Wasser auf und verhindert, dass es sich auf den Plättli (oder anderen glatten Oberflächen) absetzt. Später gibt der Kalkputz die Feuchtigkeit dann ebenso leicht wieder ab (es muss natürlich immer gut gelüftet werden).

Schimmelbildung verhindern durch unterstützende Badaccessoires

Verschiedene schöne und praktische  Badaccessoires können eine unterstützende Wirkung bei der Vorbeugung von Schimmel haben.

Elektrische Handtuchheizkörper etwa sorgen dafür, dass Handtücher schneller trocknen und erhöhen ausserdem die Raumtemperatur (warme Luft kann Feuchtigkeit besser aufnehmen).

Sehr schön sind auch Accessoires aus Holz im Bad. Diese haben einen ähnlichen Schwammeffekt wie der Kalkputz, allerdings ist es hierbei besonders wichtig, gut zu lüften, da das Holz sonst aufquellen kann.

Ein interessantes Hilfsmittel gegen Schimmel im Bad sind Holzaccessoires.

Kleiner Trick: Accessoires aus Holz gegen Schimmel im Bad.

Kalte Wände: Schimmel durch Kältebrücken

Wie gesagt nimmt warme Luft Wasserdampf besser auf, weswegen dieser sich an kalten Stellen leichter absetzt. Kältebrücken sind Stellen, über die die Wärme besser nach aussen geleitet wird als im Rest der Wand, wodurch diese abkühlen und sich hier besonders viel Feuchtigkeit absetzt. Dies geschieht häufig in der Nähe der Fenster. Bei Schimmelbildung am Fenster kann es zum Beispiel ratsam sein, Fenster mehrfach zu verglasen oder die Aussenwände zu dämmen.

Badezimmer ohne Fenster lüften

Fensterlose Bäder stellen einen vor besondere Schwierigkeiten, weil nur schwer gelüftet werden kann. Darum tritt Schimmel im Bad ohne Fenster denn auch häufiger auf. Der einfachste und nächstliegende Ratschlag besteht darin, nach dem Duschen die Badezimmertür sowie das Fenster des angrenzenden Raumes weit zu öffnen. Nicht immer ist dies jedoch ausreichend. Die beste Lösung bieten gute Abluftsysteme. In Neubauwohnungen sind diese bei Innenbädern oft schon eingebaut, aber Bäder im Altbau bieten häufig nur eine Öffnung zu einem Lüftungsschacht, der für einen Luftaustausch unzureichend ist. Man kann Abluftsysteme aber auch nachträglich installieren lassen.

Es gibt hauptsächlich zwei Systeme: zum einen die dezentrale Entlüftung, bei der Luft aus dem Badezimmer abgesaugt und frische Luft nach innen geblasen wird. Diese Entlüftung hat den Vorteil, dass die einströmende Luft durch einen Energieaustausch erwärmt wird und somit kaum Wärme verloren geht. Allerdings muss ein solcher Apparat an einer Aussenwand angebracht werden und ist somit nicht für jedes Bad geeignet. Verfügt unser Badezimmer nicht über eine Aussenwand, ist ein zentrales Abluftsystem eine gute Lösung. Bei diesem wird die feuchte Luft abgesaugt und in den Lüftungsschacht geleitet, man muss jedoch selbst dafür sorgen, dass Luft nachströmt.

Mit beiden Systemen lässt sich Schimmel im Bad vermeiden. Bei innenliegenden Bädern lohnt sich sicherlich auch die Anschaffung eines Hygrometers, um die Luftfeuchtigkeit besser kontrollieren zu können.

Fazit: Schimmel im Bad muss rechtzeitig angepackt werden!

Ernsthafte Schimmelprobleme sind meist struktureller Natur. Darum bedenkt man deren Lösung am besten, wenn Renovierungsarbeiten anstehen. Hat man aber bereits Schimmel in den Fugen, sollte man schnell handeln. Denn wenn sich der Schimmel erst einmal richtig festgesetzt hat, ist praktisch immer fachmännische Hilfe gefragt.