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Schimmel vermeiden durch geschicktes Einrichten

Bauliche Massnahmen zur Vorbeugung von Schimmel

 

Ist Schimmel im Bad unvermeidlich?

Die grosse Anzahl an Artikeln und Ratgebern zum Thema Schimmel im Netz macht deutlich, dass es sich um ein weitverbreitetes Problem handelt. Wohl kaum eine Wohnung ist auf Dauer vollständig schimmelfrei zu halten, wir alle haben irgendwann im Leben einmal damit zu kämpfen. Aber bedeutet dies, dass Schimmel wirklich unvermeidbar ist? Ja und nein, würden wir sagen…

Wie entsteht Schimmel?

Schimmel entsteht, wenn die (übrigens überall vorhandenen) Pilzsporen in der Luft einen geeigneten Nährboden zum Wachsen finden. Dies geschieht bei einer hohen Luftfeuchtigkeit und/oder Wasserrückständen. Der Wasserdampf samt Sporen und feinsten Schmutzpartikeln setzt sich auf Wänden oder anderen Oberflächen ab. Trifft er auf das geeignete Material wie etwa Silikonfugen, bildet sich der perfekte Nährboden.

Unvermeidbarer Schimmel

Es gibt viele Wege, dem Schimmelphänomen vorzubeugen: regelmässig lüften, damit der Wasserdampf entweichen kann, Dusche und Wände nach dem Duschen trockenwischen, damit so wenig Feuchtigkeit wie möglich zurückbleibt, Handtücher nach Möglichkeit draussen trocknen, etc.

Aber trotz all dieser Massnahmen werden Sie feststellen, dass irgendwann (wenn auch erst nach Jahren) kleine dunkle Flecken in den Fugen entstehen. Warum ist das so? Das liegt zum einen daran, dass das Fungizid, das dem Fugenmaterial beigemischt wird, irgendwann seine Wirksamkeit verliert. Zum anderen liegt es daran, dass das Material unvermeidlich durch Abnutzung im Laufe der Zeit spröde wird. In ein sprödes Material dringt der Wasserdampf sehr viel leichter ein und darum hilft  dann auch das Trockenwischen hinterher nicht mehr viel. Wenn wir nach dem Duschen mit dem Handtuch ankommen, um die Wasserreste zu entfernen, sitzen die Schimmelsporen schon lange in der Fuge. Wenn das erst mal so weit ist, müssen die Fugen herausgeschnitten und erneuert werden, denn es gibt keine Möglichkeit, von Schimmel befallene Fugen zu reinigen, weder mit Hausmitteln noch mit Chemie-Keulen. Man kann diesen Moment mit der richtigen Pflege allerding so lange wie möglich hinauszögern. Unter idealen Bedingungen und vorausgesetzt, man hält sich an alle gängigen Ratschläge, können Fugen bis zu 20 Jahre halten. Ein wichtiger zusätzlicher Tipp, um dies zu erreichen, ist, auf zu starke Reinigungsmittel zu verzichten. Das mag vielleicht paradox klingen, aber starke Reinigungsmittel greifen die Oberfläche von Silikon an und lassen es schneller spröde werden.

Feuchtigkeit auf Badfliesen.

Problembereich Fuge

Vermeidbarer Schimmel

Wir hatten die Frage ja eingangs mit „ja und nein“ beantwortet. Wir meinen damit, dass Schimmel in den Fugen zwar irgendwann im Laufe der Zeit auftritt, dieser aber die restlichen Materialien wie Wände nicht befallen und auch nicht grossflächig auftreten sollte. Grossflächiger Schimmel im Bad ist ein ernsthaftes Problem, das beseitigt werden muss und kann. Am besten, es kommt gar nicht erst dazu. Sichtbarer Schimmel sollte als Zeichen verstanden werden, dass ein strukturelles Problem vorliegt (immer vorausgesetzt natürlich, dass man richtig lüftet und das Bad trocken hält). Manchmal können sogar defekte Ab- oder Zuflüsse schuld sein, das muss als Erstes geklärt werden.

Oft ist jedoch eine unzureichende Luftzirkulation als Folge einer ungünstigen Badgestaltung die Ursache. Hierbei können bauliche Massnahmen Abhilfe schaffen. Die architektonische Komponente wird beim Schimmelproblem oft ausser Acht gelassen, kann aber eine wichtige Rolle spielen. Oft können schon kleine Veränderungen viel bewirken. Wenn bei Ihnen also eine Badsanierung ansteht, können Sie darüber nachdenken, auch strukturelle Veränderungen vorzunehmen, um in Zukunft Schimmel zu vermeiden.

Wie gestaltet man sein Bad, um Schimmel zu vermeiden?

Luftzirkulation

Auch wenn man ausreichend lüftet, heisst das nicht, dass die gesamte feuchte Luft abzieht. Die Badmöbel können Barrieren bilden, die dazu führen, dass sich die Feuchtigkeit an bestimmten Stellen sammelt. Um dies zu verhindern, wendet man sich am besten an den Fachmann. Dieser stellt Berechnungen an und entscheidet beispielsweise darüber, wie hoch die Duschtrennwände sein müssen/dürfen, um eine ideale Luftzirkulation zu gewährleisten.

Wenig Angriffsfläche

Wie wir gesehen haben, setzt sich der Schimmel besonders leicht in den Fugen fest. Je weniger Fugen vorhanden sind, desto weniger Angriffsfläche wird geboten. Grosse Duschpaneele sind eine hervorragende Alternative zu Fliesen. Wer trotzdem nicht ganz auf Fliesen verzichten möchte, weil sie seinem persönlichen Geschmack entsprechen, sollte zumindest darauf achten, dass der Spritzwasserbereich der Dusche möglichst glatt und leicht zu trocknen ist.

Auch sollte man nach Möglichkeit auf Profile verzichten, da sich das Wasser hierunter sammeln kann.

Fugenloses Badezimmer

Wenig Fugen – wenig Angriffsfläche für Schimmel

 

Reinigungsfreundlichkeit

Je leichter die Oberflächen unseres Badezimmers zu reinigen bzw. zu trocken sind, desto besser. Hierbei sollte man nicht nur im Voraus an mögliche Angriffsflächen für Schimmel denken (siehe Punkt 2.), sondern vor allem auch an die eigene Bequemlichkeit. Im Idealfall sind die Oberflächen unseres Bades mit ein paar Handgriffen trocken zu bekommen, denn sonst wird einem das ständige Trocknen irgendwann zu viel und der Schlendrian setzt ein. Rahmenlose Glasduschen sind in dieser Hinsicht besonders gut geeignet, da sie schnell und einfach mit dem Schaber trockenzuwischen sind.

Offenporige Materialien

Es müssen nicht alle Wände aalglatt sein. Zu viele versiegelte Oberflächen können sich sogar kontraproduktiv auswirken. Lässt man hingegen Raum für offenporige Materialien wie Kalkputz (z. B. unter der Decke), hat man ein Material, das wie ein Schwamm wirkt, jedoch keinen Nährboden für Schimmelpilze bildet. Es nimmt das Wasser auf und verhindert, dass es sich auf den Kacheln (oder anderen glatten Oberflächen) absetzt. Später gibt der Kalkputz die Feuchtigkeit dann ebenso leicht wieder ab (es muss natürlich immer gut gelüftet werden).

Unterstützende Accessoires

Elektrische Handtuchheizkörper sorgen dafür, dass Handtücher schneller trocknen und erhöhen ausserdem die Raumtemperatur (warme Luft kann Feuchtigkeit besser aufnehmen).

Accessoires aus Holz haben einen ähnlichen Schwammeffekt wie der Kalkputz, allerdings ist es hierbei besonders wichtig, gut zu lüften, da das Holz sonst aufquellen kann.

Badezimmer mit Accessoire aus Holz.

Kleiner Trick: Accessoires aus Holz.

 

Kältebrücken vermeiden

Wie gesagt, nimmt warme Luft Wasserdampf besser auf, weswegen dieser sich an kalten Stellen leichter absetzt. Kältebrücken sind Stellen, über die die Wärme besser nach aussen geleitet wird als im Rest der Wand, wodurch diese abkühlen und sich hier besonders viel Feuchtigkeit absetzt. Dies geschieht häufig in der Nähe der Fenster. Wenn an diesen Stellen Schimmel entsteht, kann es zum Beispiel ratsam sein, Fenster mehrfach zu verglasen oder die Aussenwände zu dämmen.

Fensterlose Badezimmer

Fensterlose Bäder stellen einen vor besondere Schwierigkeiten, weil nur schwer gelüftet werden kann. Der einfachste und naheliegende Ratschlag besteht darin, nach dem Duschen die Badezimmertür sowie das Fenster des nächstgelegenen Raumes weit zu öffnen. Nicht immer ist dies jedoch ausreichend. Die beste Lösung bieten gute Abluftsysteme. In Neubauwohnungen sind diese bei Innenbädern oft schon eingebaut, aber Altbauwohnungen bieten häufig nur eine Öffnung zu einem Lüftungsschacht, der für einen Luftaustausch unzureichend ist. Man kann Abluftsysteme aber auch nachträglich installieren lassen. Es gibt hauptsächlich zwei Systeme: zum einen die dezentrale Entlüftung, bei der Luft aus dem Badezimmer abgesaugt und frische Luft nach innen geblasen wird. Diese Entlüftung hat den Vorteil, dass die einströmende Luft durch einen Energieaustausch erwärmt wird und somit kaum Wärme verloren geht. Allerdings muss ein solcher Apparat an einer Aussenwand angebracht werden und ist somit nicht für jedes Bad geeignet. Verfügt unser Badezimmer nicht über eine Aussenwand, ist ein zentrales Abluftsystem eine gute Lösung. Bei diesem wird die feuchte Luft abgesaugt und in den Lüftungsschacht geleitet, man muss jedoch selbst dafür sorgen, dass Luft nachströmt.

Bei innenliegenden Bädern lohnt sich sicherlich auch die Anschaffung eines Hygrometers, um die Luftfeuchtigkeit besser kontrollieren zu können.

Fazit

Ernsthafte Schimmelprobleme sind meist struktureller Natur. Darum bedenkt man deren Lösung am besten, wenn Renovierungsarbeiten anstehen. Hat man bereits Schimmel in den Fugen, sollte man nicht lange daran rumdoktern. Hier ist praktisch immer fachmännische Hilfe gefragt.